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Es ist ein harter Kampf, nach einem schweren Arbeitsunfall wieder zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Für den engagierten Weg dahin wurden heuer erstmals drei Persönlichkeiten aus Oberösterreich mit dem „Back to Life“-Award der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ausgezeichnet.
Ein schwerer Arbeitsunfall, ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule oder ein Unglück während eines ehrenamtlichen Engagements – oft genügt ein einziger Moment, um das Leben eines Menschen grundlegend zu verändern. Wie jenes von Lukas Karan-Haider aus Sierning, Elisabeth Kiener aus Haag am Hausruck oder Stefan Aigner aus Unterach am Attersee. Mit dem „Back to Life“ – Award würdigt die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt heuer diese drei Menschen, die nach einem solchen Einschnitt außergewöhnliche Stärke bewiesen haben. „Diese Persönlichkeiten stehen stellvertretend für viele andere, die sich mit Mut, Durchhaltevermögen und großer Motivation zurück in ein selbst-bestimmtes Leben kämpfen. Durch eine Unfallheilbehandlung und medizinische Rehabilitation auf höchstem Niveau und den erforderlichen Geld- und Sachleistungen leistet die dienstgeberfinanzierte Unfallversicherung einen unverzichtbaren Beitrag für verunfallte Personen in Österreich“ sagt Leonhard Zauner, Vorsitzender des AUVA-Landesstellenausschusses.
Im August 2018 stürzte der damals 29jährige Elektrotechniker Lukas Karan-Haider bei Installationsarbeiten zirka sechs Meter von einer wegrutschenden Leiter zu Boden. Er erlitt schwerste Verletzungen und ist seither ab dem achten Brustwirbelkörper querschnittgelähmt. Dank mehrerer Reha-Aufenthalte und intensiver Therapien im Rollstuhl sowie seinem konsequenten Fitnesstraining konnte er schon früh selbständig mit dem Rollstuhl mobil sein. Durch die berufliche Umorientierung kann der zweifache Familienvater nun sein Fachwissen als Projektplaner bzw. Projektleiter weiterhin optimal einsetzen und ist auch mit dem Rollstuhl auf Baustellen unterwegs.
Elisabeth Kiener war Schülerin der ersten Klasse HBLA in Ried, als sie im Oktober 2011 auf dem Schulweg beim Überqueren der Straße zur gegenüberliegenden Bushaltestelle von einem PKW erfasst und schwer verletzt wurde. Nach der Behandlung im UKH und mehr als zehn Reha-Aufenthalten – in Summe verbrachte sie fast ein ganzes Jahr in Reha – hat sich ihr Gesundheitszustand wesentlich verbessert und kann sie den Alltag weitgehend selbständig meistern. Aufgrund des langwierigen Heilungsprozesses musste sie die Schule abbrechen und konnte später mit enormem Ehrgeiz ein halb-jähriges, von der AUVA finanziertes Perspektivenplanungs-Programm im Neuronetzwerk des BBRZ sowie das weiterführende maßgeschneiderte Fachtraining absolvieren und eine Lehre zur Bürokauffrau abschließen. Seit acht Jahren arbeitet die 30jährige in diesem Beruf und macht aktuell nebenbei die Berufsreifeprüfung.
Seit 2005 ist Stefan Aigner schon Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Au-See in Unterach und stets engagiert dabei. Als er im Jänner 2019 im Rahmen eines Einsatzes bei den Schneeräumarbeiten in St. Gilgen half, stürzte er aus einer Höhe von sechs Metern durch den Lichteinlass eines Daches auf den Boden und wurde schwer verletzt im UKH erstbehandelt. Zwei Monate stationär im Krankenhaus, zwei Monate auf Rehabilitation, zwei weitere Reha-Aufenthalte später steht er, trotz laufender Physiobehandlungen, heute wieder mitten im Leben. Seinen Job als Tischlermeister hat er nach der Wiedereingliederung im ursprünglichen Betrieb aufgegeben, er arbeitet mittlerweile seit fünf Jahren als Produktionsleiter in einem produzierenden Betrieb für Holzwerkstoffe.
Neben körperlichen Verletzungen sind Betroffene häufig auch mit psychischen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert. In Summe hat die AUVA beispielhaft für diese drei Verunfallten bislang 1,89 Mio. Euro an Geld- und Sachleistungen sowie Heilungs- und Rehakosten geleistet, von der Erstversorgung im Unfallkrankenhaus und der Reha über die Adaptierung von Wohnraum oder Auto bis hin zur beruflichen Neuorientierung. Da Versehrtenrenten oft bis ans Lebensende ausbezahlt werden, werden alleine für diese drei Fälle insgesamt mehr als 8,4 Mio. Euro anfallen. „Als Sozialversicherungsträger helfen wir bei der Lösung gesundheitlicher, familiärer und sozialer Probleme, die so ein Schicksalsschlag unweigerlich nach sich zieht. Durch umfassende medizinische, therapeutische und finanzielle Unterstützung durch die AUVA konnten die notwendigen Rahmenbedingungen für Rehabilitation und Wiedereinstieg geschaffen werden. Dass diese Menschen heute ihren Alltag wieder bewältigen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ist jedoch vor allem ihrem persönlichen Einsatz, ihrem Durchhaltevermögen und ihrer positiven Einstellung zu verdanken.“ ist Maria Lesterl, Direktorin der AUVA-Landesstelle Linz überzeugt.
Mit dem „Back to Life“ - Award der AUVA werden Menschen ausgezeichnet, die ihre Angehörigen nach schweren Arbeitsunfällen zu Hause pflegen sowie an Menschen, die sich nach schweren Arbeitsunfällen mit einer beispielhaften sozialen und beruflichen Rehabilitation ins Leben zurückgearbeitet haben. Die Award-Verleihung in Oberösterreich fand kürzlich in feierlichem Rahmen im WIFI-Panoramasaal in Linz statt. Neben der Glastrophäe und einer Urkunde erhielten die drei Geehrten Gutscheine für erholsame Stunden in einem Eurothermen-Resort. Diese wurden von der WKOÖ, der AKOÖ, dem Land OÖ und dem Landesfeuerwehrverband überreicht.
„„Erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahrzehnten im Themenfeld Prävention und Arbeitssicherheit sehr viel positiv entwickelt. Die heimische Wirtschaft übernimmt durch Maßnahmen auf betrieblicher Ebene und den Dienstgeberbeitrag zur Unfallversicherung weitreichende Verantwortung. Dadurch können optimale Rahmenbedingungen für Prävention, Unfallheilbehandlung, Rehabilitation, finanzielle Absicherung und die berufliche Wiedereingliederung nach Arbeitsunfällen sichergestellt werden“, sagt Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger, WKOÖ.
„Gesundheitliche Rückschläge dürfen kein Hindernis für ein selbstbestimmtes Leben und einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben sein. Menschen mit Beeinträchtigungen haben es am Arbeitsmarkt noch schwerer als andere. Die Arbeiterkammer setzt sich für gleiche Chancen und den Abbau von Barrieren ein. Der Back to Life Award leistet dazu einen wichtigen Beitrag, weil er die Leistungen der Betroffenen vor den Vorhang holt“ sagt Präs. Andreas Stangl, AKOÖ.
„Unsere Ehrenamtlichen leisten Unglaubliches und sind da, wenn andere Hilfe brauchen. Dieses Engagement verdient nicht nur Dank und Anerkennung, sondern auch eine verlässliche Absicherung für das eigene Leben und die Familie. Leider lässt sich trotz bester Ausbildung und größter Vorsicht nicht jeder Unfall verhindern. Umso wichtiger ist es, dass mit der AUVA ein starker Partner da ist, wenn etwas passiert und Unterstützung auf dem Weg zurück in den Alltag gebraucht wird“ betont LRin Michaela Langer-Weninger
„Blaulichtorganisationen wie die Freiwillige Feuerwehr sind bei Ausbildung, Übung und Einsatz bei der AUVA unfallversichert – wenn etwas passiert, sind diese Unfälle den Arbeitsunfällen gleichgestellt. Diese soziale und finanzielle Absicherung ist für unsere Mitglieder enorm wichtig. Noch besser ist es natürlich, wenn keine Unfälle passieren. Deshalb investiert der Landesfeuerwehrverband viel in Beratung, Ausbildung und Schulung rund um Prävention und Arbeitssicherheit“ sagt FPräs. Robert Mayr, Oö. Landes-Feuerwehrverband