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    24.09.2015

Kameradschaft
höherer
Feuerwehroffiziere

125. Treffen - Intensive Information und Fortbildung im neu gestalteten Lehrsaal

Ein dichtes Programm mit interessanten Informationen über lokale und überregionale Entwicklungen im Feuerwehrwesen wurde beim 125. Treffen der KhFO präsentiert.

Zum 125. Treffen fand sich die Kameradschaft der oberösterreichischen Feuerwehroffiziere am 10. April 2019 im renovierten Lehrsaal 1 der Landes-Feuerwehrschule ein, einer Ausbildungsstätte, die mit viel Knowhow nicht nur auf den Stand der Technik gebracht wurde, sondern nun auch eine angenehm frische Atmosphäre vermittelt. Der Vorsitzende der KhFO, E-BR Josef Hackl, begrüßte die erschienenen Kameraden herzlich, er freute sich, Herrn LFI LBDSTV Ing. Karl Kraml willkommen zu heißen, der seinerseits wertschätzende Grußworte an die Teilnehmer des Treffens richtete. Er verwies kurz auf die im Jahr 2018 stattgefundenen digitalen Erneuerungen im Haus, informierte über geleistete Einsatzstunden, über Funktionärs-Wahlen, Förderungen, Lehrgänge und Fakten zur Finanzierung und schließlich über Vorbereitungen zum bevorstehenden Jubiläum anlässlich des 150-jährigen Bestands des O.ö. Landesfeuerwehrverbandes.

Beim Totengedenken wurde des vor Kurzem verstorbenen E-LBDSTV. Ing. Adalbert Nadler gedacht, der den Kameraden in sehr positiver Erinnerung bleiben wird.

Bei den Ehrungen zu runden Geburtstagen wurde den Ehren-Brandräten Georg Söllradl und Josef Hack zum jeweils 70. Geburtstag mit Geschenkkörben gratuliert, E-OBR Rudolf Harra (80) war leider nicht anwesend.
Vors. E-BR Josef Hackl stellte die neuen Mitglieder der KhFO vor, er freute sich über den laufenden Zuwachs.
E-BR Franz Rockenschaub brachte den Kassabericht, der eine positive Entwicklung im Jahr 2018 auswies: Er registrierte 7 neue Mitglieder und (mit wenigen Ausnahmen) die prompte Überweisung der Mitgliedsbeiträge, sodass sich in Summe ein Guthaben ausgeht, das die Finanzierung der weiteren Vorhaben sicherstellt. Bei der Kassenkontrolle hat es laut Vorsitzendem keine Beanstandungen gegeben, die Prüfung verlief positiv, sodass dem Kassier von den anwesenden Mitgliedern die Entlastung erteilt werden konnte.

Vors. E-BR Josef Hackl wiederholte die im letzten Jahresrückblick bereits bekanntgegebenen nächsten Programmpunkte, er kündigte entsprechende Ausschreibungen an und verwies dazu auf die Notwendigkeit zeitgerechter und verlässlicher Anmeldungen. Er gratulierte schließlich den im Monat April geborenen Mitgliedern zu ihren Geburtstagen.

E-OBR-Johann Ramsebner ergänzte die angekündigten Veranstaltungen mit Hinweisen zu ihrer Organisation und gab dazu weitere Informationen:

  • 30-Jahrfeier in Ried am 16. Mai 2019, Busabfahrt 7 Uhr 30, Bürgermeister-Empfang, 10 Uhr Beginn des Festakts
  • Fahrt nach Wien am 17. Juni 2019, Besuch der Hofburg, um zeitgerechte Anmeldung wird gebeten; es ist auch eine Stadtrundfahrt vorgesehen
  • Besuch der Gartenschau in Aigen-Schlägl am 19.September 2019
  • Adventfeier am 4. Dezember 2019 – Ort ist noch nicht bekannt
  • 150-Jahrfeier des LFV mit Festaufmarsch am 3. Mai 2019
  • Feierlicher Festakt am 4. Mai 2019 in St. Florian – Einladungen bereits versendet
  • Festschrift der KhFO wird auch im Jubiläumsbuch des O.ö. LFV integriert sein anlässlich der 30-Jahrfeier wird es Buch-Präsente für die 80- und 85-jährigen Mitglieder geben

Bei der anschließenden Befragung zu Allfälligem wurde die Druckqualität der KhFO-Zeitung „Rückblick 2018“ moniert, eine Verbesserung wird angestrebt.

Das Hauptreferat am Vormittag hielt LFI LBDSTV Ing. Karl Kraml zum Thema „Gefahren- Abwehr- und Entwicklungsplanung“ = GEP.

Mit dem FW-Gesetz 2015 ist es zu einer Änderung des Systems gekommen, zu einer Einteilung in Pflichtbereichsklassen unter Berücksichtigung der (auch bisher geltenden) Richtlinien betreffend Einwohner- und Wohngebäudezahlen sowie der Schwellenwerte für Mannschaftsstärken und Mindestausrüstung. Ein GEP setzt eine gemeinsame taktische Diskussion der Gemeinden mit den relevanten Feuerwehren voraus und bedeutet eine konkrete Planung für die nächsten 10 Jahre. Diese sieht die Erreichung von gesetzlichen Schutzzielen und die Unterstützung durch Alarmpläne (vor allem auch bei Großeinsätzen und Gleichzeitigkeit) vor. Die Vorteile der GEP sind eine Auseinandersetzung mit den Gefahren, damit werden die Voraussetzungen für die Notwendigkeit der Anschaffungen und für die möglichen Förderungen geschaffen. Als GEP-Unterlagen gelten eine Gefahren-Matrix, GEP-Karten und eine Datensammlung (Statistikdaten, Fahrzeugstand…). In der Matrix werden grundlegende Gefahren bewertet (A,B,C): Einstufung A (vorhanden), B (kontrollieren), C (Beurteilung und Prüfung). Die Prüfung erfolgt nach GEP-Anmerkungen (Check der Eignung und Dimensionierung der verfügbaren Mittel).Grundsätzlich kann für alle Objekte eine Bewertung vorgenommen werden, für die Einstufung C ist dies aber verpflichtend!
LBDSTV Ing. Karl Kraml erläuterte in seiner Funktion als Landes-Feuerwehrinspektor Standardeinsatzpläne am Beispiel „Betreubares Wohnen“ und den „Landwirtschaftlichen Betrieb“ als Beispiel für Anmerkungen; bei einer negativen Bewertung ist eine Begründung anzugeben. Dazu brachte er ein Exempel für die Anmerkung als Betriebsanlage und nannte beispielhaft Fakten in der GEP-Datensammlung (Flächenwidmungsplan, Einwohnerzahl etc.). Für die GEP-Gemeindeauswertung gibt es ein Formular, aus dem z. Bsp. eine Pflichtbereichsübersicht und der Fahrzeugbestand ersichtlich sind. Die GEP-Karten beruhen auf Straßenkarten, in denen auch die Überschneidungen gekennzeichnet sind. In den GEP-Gemeindeauswertungen sind allgemeine Informationen (Pflichtbereich, Kommandanten…) sowie Strukturdaten, Personal und Potenziale, sowie Fahrzeuge und Geräte aufgelistet. Der Ablauf des GEP-Gesprächs sieht vor, dass daran Bürgermeister, Amtsleiter, LFI, Bezirks- und Abschnitts -Feuerwehrkommandant und Kommandanten teilnehmen, das Protokoll verfasst der LFI, dies dient dann als Grundlage für den Gemeinderatsbeschluss. Als Zeitraum-Vorgabe für die Durchführung der GEP-Gespräche und die daraus resultierenden Beschlüsse wurde der 31.12.2019 festgelegt; bis dato fehlen aber noch ca. 160 Gemeinden, die die Verfahren noch nicht abgeschlossen haben. LBDSTV Kraml verwies auf die Homepage des O.ö. LFV, in dem ein Handbuch für die GEP abrufbar ist.

Nach einer kurzen Pause setzte LFI LBDSTV Ing. Karl Kraml mit Erklärungen zu den FW-Stützpunkten fort. Dabei ging es um Feuerwehren und ihre variablen Ausstattungen (Strahlenschutz etc.), die ihnen Zusatzaufgaben bringen. Danach ging er auf Unterschiede zwischen den Bezeichnungen „Feuerwehr“ und „Feuerwache“ ein, die z. Bsp. bedeuten, dass es schwer fällt, Feuerwachen mit Fahrzeugen auszustatten. Weiters verwies er darauf, dass die Bestellung von Fahrzeugen erst möglich ist, wenn die Anschaffung von der Landes-Feuerwehrleitung beschlossen wurde. Er erteilte weitere Informationen zum oö. Hilfsfristmodell Verkehrsunfall (Grundlinien mit Zeitangaben), informierte über den Link zum Downloaden der Wasserkarte und über Regeln der Förderungsrichtlinien (wofür, wie viel, welche Form), die den Beschluss der Landes-Feuerwehrleitung erst ermöglichen. Zu unterscheiden ist: Aktion - Antrag vor Ankauf; Fördern – Antrag nach Ankauf; es sind die Listen der förderbaren Geräte zu beachten. Ein Förderungsanspruch besteht erst nach Erstellung der GEP! Auch auf die Gemeindefinanzierung neu kam LBDSTV Ing. Karl Kraml zu sprechen, auf Pflichtbereichspauschale und Normkosten, die auf der Homepage nachzulesen sind. Alles in allem ein hochinteressanter Vortrag des Landes-Feuerwehrinspektors, der erahnen lässt, wie komplex die von ihm zu bearbeitende Materie ist.

Nach dem Mittagessen im Speisesaal der LFS bot der Leiter der Landeswarnzentrale, OBI Martin Burger, einen aufschlussreichen Einblick in die nach dem Umbau völlig neue Gestaltung der LWZ. Sie war früher im Erdgeschoß untergebracht, dort wurden immer wieder auch einige Veränderungen und Verbesserungen durchgeführt (die Digitalisierung der Alarmierung erfolgte 2003). Nun aber befindet sie sich im 2. Obergeschoß, was den Vorteil hat, dass Störungen und Einbrüche schwerer möglich sind und sie damit insgesamt sicherer ist. Von der neuen LWZ werden 14 von 18 Bezirken alarmiert. Die Alarmierungszahlen steigen stetig (auf dzt. ca. 12.000 Alarmierungen/Jahr, d.s. ca. 140/Tag). Nicht zuletzt ist der Anstieg durch die Zentralisierung des FW-Notrufs bedingt. Landesweit gibt es 1.430 Sirenen, zusätzlich wird mit dem Pager alarmiert. Zu den weiteren Aufgaben der LWZ zählen die Konfiguration von 18.900 Alarmplänen, die Alarmierung der Wasserrettung, die Auslösung der Sturmwarnungen und Rufbereitschaften, dazu Hubschrauberanforderungen und Zivilschutzwarnungen. OBI Martin Burger informierte auch über die Wichtigkeit der Aufzeichnung von Notrufen, die mitunter für den Nachweis über die Chronologie der Ereignisse bzw. für die Aufklärung von Schadensfällen von Bedeutung sind. Den Kameraden wurde anschließend die Möglichkeit geboten, die neue Landeswarnzentrale zu besichtigen, die sich als technisch modernst ausgestattet erwies. Die der Planung zugrunde gelegten Überlegungen wurden von OBI Martin Burger gut und verständlich erklärt, sodass der Eindruck von der hervorragenden Funktionalität der Anlagen vertieft wurde.

Mit dem letzten Programmpunkt des 125. Treffens wurde den Kameraden Gelegenheit gegeben, sich ein wenig „über den Tellerrand hinaus“ zu informieren: Es ging um ein Projekt „Brandschutz (Fire Prevention) in einer Gasstation“. Dieses Thema wurde ihnen von BR Ing. Gerhard Czejka in einem Vortrag präsentiert, in dem er über die Lösungsmöglichkeiten zur Sicherung eines gewaltigen Gastanks referierte. Ihm (seiner Firma) war die Aufgabe gestellt worden, das Explosionsrisiko auszuloten und den Betreibern der Gasstation die Optimierung der Anlagensicherheit durch Maßnahmen, vor allem im Bereich des technischen sowie des baulichen, aber auch des organisatorischen Brandschutzes für ausgewählte Anlagenteile vorzuschlagen. BR Ing. Gerhard Czejka begann mit einer Betrachtung von Brandschutzmaßnahmen, die die Aufspürung, die Begrenzung der Ausbreitung von Gefahrenereignissen, aber auch die aktive Gefahrenabwehr durch Interventionskräfte in Verbindung mit der Erfüllung von Schutzzielen umfassten. Auf die mit zahlreichen technischen Details ausgestattete Schilderung über den Prozess, der schließlich zum Ergebnis führte, folgte die Darstellung der Maßnahmen, die zur Erreichung des Ziels, nämlich zu einer größtmöglichen Sicherheit der Anlage, führen sollen. Zugegeben, der Vortrag war sehr anspruchsvoll und traf vielleicht nicht exakt die Zielgruppe, die sich mit derartigen Szenarien zu beschäftigen hat. Doch er war inhaltlich hoch interessant und er ermöglichte den Kameraden einen kleinen Einblick in die Komplexität von Brandschutzmaßnahmen im Industriebereich.

Nach der Fülle von Informationen, die den Mitgliedern der KhFO bei diesem Treffen vermittelt wurden, war es nur zu verständlich, dass sich einige von ihnen noch zu einem abschließenden kleinen Umtrunk zusammensetzten.

Monika Czejka eh.
13.4.2019