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Brennpunkt

Oö. Feuerwehreinheit bei Übung in Norwegen

Kolli,

Im Zuge einer internationalen Einsatzübung im norwegischen Oslo ist mit Start vom Samstag, 25. April 2015, auch eine Feuerwehreinheit aus Oberösterreich im Einsatz. Mit in das Geschehen ist neben Norwegen auch Finnland, Schweden und eben Österreich, wo Oberösterreich für internationale Hilfseinsätze – im Regelfall im Umkreis von 1.000 km – für die Aufgaben „Retten und Bergen unter ABC-Bedingungen – in der EU eingemeldet ist.

Auf Achse bis Kiel

27 Mann - bestehend aus Mitarbeitern des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes, der Berufsfeuerwehr Linz sowie freiwilliger Feuerwehren – sind am 25. April mit neun Fahrzeugen aufgebrochen. Tag 1 führte sie bis zum ersten Nachtstopp (Übung) bis ins deutsche Hildesheim, was eine Fahrstrecke von rund 700 km im Konvoi entsprochen hat. Um 10.00 Uhr des zweiten Tages war dann Kiel erreicht, wo Personal und Material auf die Fähre verladen worden sind.

 

Fährentransfer bis Oslo

Um 14 Uhr erfolgte die Abfahrt auf der Fähre in die norwegische Hauptstadt Oslo, welche am Montag, dem 27. April 2015, gegen 10.00 Uhr erreicht worden ist. Im Fahrzeugkonvoi erfolgte von dort aus die Weiterfahrt ins Camp auf den Campingplatz in Ekeberg, ein Teil der Stadt. Dort sind neben den österreichischen Kräften auch die anderen Teilnehmer in einer Zeltstadt stationiert, die als Basislager fungiert.

 

Struktur im Camp errichtet

Per 14.40 Uhr erfolgte die Einrichtung und Aufbau der Strukturen. Aufgrund des Erdbebens in Nepal sind jedoch auch internationale Hilfskräfte aus Norwegen, Finnland und Schweden zum realen Einsatz dorthin abgerückt, so dass es nach bisherigen Informationen nach zu Abweichungen im geplanten Übungsablauf kommen kann. In welchem Umfang das der Fall sein wird, wird sich noch ergeben. Die Rückreise der Oberösterreicher ist auf jeden Fall für Donnerstag vom Hafen in Oslo geplant.

 

Ausbildung und Weiterbildung

Der Montagnachmittag stand im Camp in Ekeberg noch im Zeichen der Ausbildung am mitgebrachten Gerät. Da die Zeit vorhanden war, wurde das mitgebrachte Gerät, das im Zuge der Übung ja von Mitarbeitern des Landes-Feuerwehrverbandes, der Berufsfeuerwehr Linz und freiwilligen Kräften bedient wird, beübt.
Zum Teil neue Erfahrungen hat auch das Mittagessen mit sich gebracht. Dieses war a la Card, Wer jedoch nun an Deluxemenüs denkt, der irrt. Vielmehr handelt es sich hierbei um Plastikpakete, welche vermutlich aus dem Militärbereich stammen und Tagesrationen darstellen. Darin enthalten sind auch fertige, trockene Mittagsgerichte, welche mit heißem Wasser zubereitet werden.
Am Vormittag des Dienstag stand der Besuch der Feuerwehrschule bei Oslo am Programm. Im Zuge eines dreieinhalbstündigen Vortrages durch mehrere Referenten ging es ans Eingemachte. Zum einen wurde die Methode „Oslo“ im Detail vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Rettungsmethode von eingeklemmten Personen aus Unfallfahrzeugen, wo dieses per Kette und Seilwinde auseinandergezogen wird, um den Verletzten befreien zu können.
Unter die Haut gingen die Vorträge eines der Feuerwehroffiziere und eines Feuerwehrtauchers über deren Erfahrungen im Zuge des Bombenanschlages im Regierungsviertel von Oslo mit acht Toten und den folgenden Amoklauf auf der Insel mit 40 Toten. Beide Referenten gingen dabei auch sehr bewegend auf die Erfahrungen, Herausforderungen und Schwierigkeiten ein.

Besuch des Justizministers

Am frühen Dienstagnachmittag, 28. April,  stellte sich eine hohe Abordnung im Camp ein, unter der sich auch der Justizminister befunden hat. Ausführlich wurden hier den Vertretern die Einheit und das Material der Kräfte aus Oberösterreich vorgestellt und präsentiert.
Im Anschluss daran ging es auch zur beim Bombenanschlag betroffenen Feuerwache im Regierungsviertel, der sehr alten Hauptfeuerwache der Stadt. Den Abschluss fand der Tag mit dem Erfahrungsaustausch mit den schwedischen Kräften, welche ihre Einsatzübung bereits abgearbeitet haben. Morgen, Mittwoch, steht die Herausforderung der Einsatzübung für die Oberösterreicher bevor.

 

Österreich beeindruckt bei Übung

Sehr erfolgreich ist am Mittwoch die Einsatzübung der oberösterreichischen Feuerwehreinheit im Hafen von Oslo über die Bühne gegangen. Neben einem Gefahrguteinsatz musste von den Höhenrettern samt Schutzanzug eine Personenrettung von einem Hafenkran durchgeführt werden.

Per Donnerstag startete dann mit Beendigung der Übung die Rückreise per Fähre nach Kiel, wo es am Freitag bis Würzburg und dann bis Linz zurückgegangen ist.