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Allerheiligengedenken 2020 / Rückblick Entstehungsgeschichte

Bild: © Hermann Kollinger

Heuer findet aufgrund der Corona-Epidemie am 1. November keine Gedenkfeier zu Allerheiligen im Landes-Feuerwehrkommando statt.

 

LBD Robert Mayer, MSc, beschreibt einige Gedanken zu dieser traditionellen Gedenkfeier und ersucht um Verständnis für die Absage.

Seit vielen Jahren gedenkt eine Abordnung der Feuerwehren der Statutarstädte Linz, Wels und Steyr für das oö. Feuerwehrwesen, begleitet von den Mitgliedern der Landes-Feuerwehrleitung, den Bezirks-Feuerwehrkommandanten sowie Vertretern der Politik und anderer Einsatzorganisationen am Allerheiligenmorgen unserer verstorbenen Kameraden vor dem Ehrenmal des Landes-Feuerwehrkommandos OÖ.

Dieses Jahr ist es erstmals seit 1953 aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich, diese Feierstunde im vertrauten Rahmen abzuhalten. Danke für Euer Verständnis für diese Maßnahme – nehmen wir uns die Zeit, jeder für sich persönlich, uns an Erlebnisse und Begegnungen mit unseren bereits von uns gegangenen Kameraden zu erinnern.

Denken wir an die Menschen in unseren Organisationen und alle die uns begleitet haben – wie waren und wie sind die Werte für unseren Weg, wovon sollen wir auch in Zukunft getragen werden – von Macht oder dem Miteinander, der Konfrontation oder dem Gemeinsamen. Ich wähle den Weg des Miteinander, der Gemeinsamkeit, der Ehrlichkeit, der Offenheit und der Menschlichkeit, den Weg, dass wir den Menschen mit einem Lächeln der Freude und des Glücks begegnen.
Wir leben in unseren Organisationen mit Menschen für Menschen - genau deshalb ist dieses Gedenken so bedeutsam.

Ein Zitat von Fatima Mernissi, eine marokkanische Soziologin, hat für mich eine große Bedeutung: Es ist sehr wichtig, eine Erinnerung zu besitzen und seine Wurzeln zu kennen. Ohne eine solche Orientierung kann man in der Moderne nicht überleben.


Wolfgang Anzinger beschreibt auch einen kurzen Rückblick auf die Geschichte dieser Feierstunde

Diese Feier gründet in der Einweihung des neuen Ehrenmals am Sonntag, 22. November 1953. Hier wurde hinter dem heutigen Brandhaus (südöstlich des damaligen LFS-Gebäudes) das neue Ehrenmal errichtet. Das zuvor bestehende erste Denkmal im Eingangsbereich der LFS für 4320 gefallene Feuerwehrkameraden des 1. Weltkrieges war 1945 von amerikanischen Besatzungstruppen zerstört worden.
An der Einweihung, die von Pater Alois Fugger vorgenommen wurde, nahmen neben dem damaligen LFKDT Franz Hartl und vielen weiteren Ehrengästen auch Abordnungen aus dem bayrischen Nachbarland teil. LH Heinrich Gleißner hielt die Festrede, feierlich unterstützt von der Oö. Gendarmeriemusikkapelle. Bereits seit 1957 umrahmt Hans-Carl Apfolter mit dem Kolping-Bläserquartett musikalisch die Feierstunde. 5 Landes-Feuerwehrkommandanten haben bisher diese Feier ausgerichtet: Franz Hartl (LBD 1950 bis 1970), Karl Salcher (LBD 1971 bis 1991), Johann Huber (LBD 1991 bis 2011), Dr. Wolfgang Kronsteiner (LBD 2011 bis 2019), Robert Mayer, MSc (LBD seit 2019).
2004 wurde das Ehrenmal aufgrund der Errichtung der Florian-Kapelle umgesetzt und erhielt seinen heutigen Platz.


Landes-Feuerwehrkurat Dr. Adolf Trawöger
Bild: © Hermann Kollinger
Bild: © Siegfried Plöderl
Bild: © Hermann Kollinger

Worte zum 1. November unseres Landes-Feuerwehrkurat Dr. Adolf Trawöger


Licht trotz des Dunkels


Die Zeit um Allerheiligen und Allerseelen ist für uns immer eine Zeit, wo wir ruhiger und nachdenklicher werden. Unwillkürlich werden wir hingewiesen auf die Vergänglichkeit unseres Lebens. Wir schauen zurück und denken an unsere Verstorbenen, seien sie nun erst in jüngster Zeit gestorben oder schon lange tot. Der Tod stellt uns, er führt uns an eine Grenze, die wir nicht kennen, ins Dunkle, das uns Angst macht.
Angesichts des Todes hat Dietrich Bonhoeffer seine Erfahrungen in Worte gefasst, die uns vielleicht weiterhelfen:
„Gott ... in mir ist es finster – aber bei dir ist das Licht;
Ich bin einsam – aber du verläßt mich nicht;
Ich bin kleinmütig – aber bei dir ist die Hilfe;
Ich bin unruhig - aber bei dir ist der Friede;
In mir ist die Bitterkeit – aber bei dir ist die Geduld;
Ich verstehe deine Wege nicht – aber du weißt den Weg für mich.“
Unser Denken kreist im Blick auf das Sterben oft um die Frage nach dem Warum. Wir wälzen es hin und her und doch bleiben die Antworten undeutlich, unvollständig und oft hohl. Und wüssten wir eine Antwort, so können wir dadurch niemand in das irdische Leben zurückholen.
„Ich sehe alles als Verlust an“ und „ich habe alles aufgegeben“, sagt Paulus, „um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein“(vgl. Phil 3,8).
Für mich heißt das, nicht das Zurückschauen, das immer neue Grübeln und Suchen nach Gründen, das sich Verbeißen in den Schmerz und das Festhalten am Gewesenen, sondern der Blick auf Christus, seinen Tod und seine Auferstehung lässt mich hoffen und glauben trotz Leiden und Sterben.
Besser als das Rätseln am „Warum“ scheint mir daher eine Antwort zu suchen auf die Frage nach dem „Wozu“: Auch hier ist jeder ganz persönlich gefordert, diese Antwort für sich zu finden. Aber könnte so eine Antwort auf das „Wozu sterben“, „Wozu Tod“ nicht sein:
Damit wir lernen, Leben zu respektieren, Leben zu hegen, Leben zu pflegen, Leben zu schützen, für das Leben einzustehen, gerade auch für das gefährdete und schutzlose Leben, behutsam umzugehen mit jedem kleinen Pflänzchen, und das können auch Menschen sein.
Die zweite Antwort auf das „Wozu“ heißt für mich, dass wir verlernen, zu urteilen und zu verurteilen; dass wir verlernen, für vorgefasste Urteile Bestätigungen zu suchen;
Die dritte Antwort könnte lauten: dass wir lernen zu vergeben und dennoch nicht zu vergessen, also eine Erfahrung mitzunehmen, vor allem die Erfahrungen mit unseren Verstorbenen.
(1 Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, München 1959, 96.)

Und die vierte Antwort auf das „Wozu“ heißt für mich, dass wir dennoch sagen und der Angst wehren und neu Luft für Vertrauen in das Leben schaffen; dass wir uns nicht einfach abfinden mit all den lebensverneinenden und destruktiven Strukturen in uns und um uns; dass wir den vielfältigen Miesmachern in unserer Gesellschaft den Boden entziehen durch einen Lebenseinsatz und –hingabe, die aus unserem Glauben kommt.
Der Exeget Fridolin Stier gibt seinem letzten Buch den Titel „Vielleicht ist irgendwo Tag“. Am Ende dieses Satzes steht kein Frage- oder Ausrufezeichen. Es handelt sich um eine Aussage, die Ausdruck seiner Hoffnung ist. Vielleicht ist irgendwo Tag. Diese Aussage lässt sicher vieles in der Schwebe und es gibt auch andere Antworten. Aber ich meine, so ähnlich denken und fühlen auch wir.

Wir haben keine letzte Erklärung angesichts des Sterbens unserer Lieben, des Stöhnens der Gequälten und Bedrückten. Die Frage nach dem Warum bleibt immer ein Stück weit offen. Aber wir dürfen und können uns dennoch dem anvertrauen, der durch Leiden und Tod zur Auferstehung gelangt ist. Christus zu ergreifen, weil wir von ihm ergriffen worden sind, wie Paulus schreibt (vgl. Phil 3,12). Das sind unsere Perlen, das ist unser Schatz, mit ihm besitzen wir alles, auch das Leben über den Tod hinaus.