Feuerwehrgeschichte
Feuerwehrmuseum St. Florian
Das Historische Feuerwehrzeughaus ist in einem der markantesten
Bauwerke des Augustiner Chorherrenstiftes St. Florian bei Linz untergebracht:
im barocken früheren Stiftsmeierhof. Dieser Meierhof liegt an der Westseite
des Stiftes. Er hat die Form eines doppelten Vierkanters. Seine Dimensionen
sind gewaltig (Außenabmessung 84 x 71 m). Die beiden Innenhöfe
sind je ungefähr 2500 m² groß. Das beherrschende Bauteil ist
der eigentliche Wirtschaftstrakt, dessen Dach 19m aufragt. Im Erdgeschoß
waren die großen Stallungen untergebracht, darüber befanden sich
die Räumlichkeiten zur Lagerung der Futtervorräte und des Getreides.
Der ursprünglich ganz für landwirtschaftliche Zwecke
konzipierte Bau war in den letzten Jahrzehnten infolge der Zusammenlegung
der landwirtschaftlichen Betriebe des Stiftes in dem Meierhof Hohenbrunn bei
St. Florian weitgehend leer gestanden und schien dem Verfall preisgegeben.
Vom "Verein zur Erhaltung des barocken Stiftsmeierhofes St. Florian"
wurde der Meierhof zwischen 1969 und 1979 wieder instand gesetzt. Umfangreiche
Investitionen waren nötig, um das Bauwerk wieder in seinen ursprünglichen
Zustand zu bringen. Nach der Entscheidung, hier ein oö. Feuerwehrmuseum
einzurichten, nahm sich der Verein "Historisches Feuerwehrzeughaus St.
Florian" 1979 dieses Vorhabens an. Er sorgte für die Adaptierung
der Räume für Ausstellungszwecke und die Einrichtung des Museums.
Am 20.5.1984 wurde das Museum (1. Etappe) eröffnet. Der Ausbau des Museums
erfolgt seit 1984 stufenweise. Mit der Etappe Mai 1985 sind rund zwei Drittel
des Gesamtprojektes verwirklicht. Im Endausbau wird es sich bei diesem Feuerwehrmuseum
um das wahrscheinlich größte der Welt handeln. Die Ausstellungsfläche
liegt dann bei 2500 m².
Das Museumskonzept
Das Museumskonzept sieht die Darstellung der Entwicklung des Feuerwehrwesens
sowohl als technische als auch als gesellschaftliche Einrichtung vor. Neben
vielen historischen Feuerwehrgeräten, wie sie jetzt schon zu sehen sind,
soll auch dem aktuellen Stand der Feuerwehrtechnik, des Katastropheneinsatzes,
der Brandverhütung und der Feuerwehrindustrie Rechnung getragen werden.Die
historische Geräteschau zeigt vor allem handbediente Spritzen und pferdebespannte
Fahrzeuge, doch sind auch einige motorisierte Oldtimer aus den 20er Jahren
aufgestellt. Diese Geräte liefern einen interessanten Vergleich mit der
heutigen Löschtechnik und stellen deren Fortschritt eindrucksvoll
dar.
Daneben werden noch Uniformen, persönliche Ausrüstungsgegenstände
der Feuerwehren gezeigt und insbesondere auch Hinweise auf die Stellung der
Feuerwehr in der modernen Gesellschaft gegeben.
Der Zugang zur Ausstellung erfolgt über einen eigenen kleinen Saal, der
der Stiftsfeuerwehr St. Florian vorbehalten ist, die als älteste österreichische
Betriebsfeuerwehr bereits seit dem Jahre 1847 besteht. Selbstverständlich
sind in diese Ausstellung auch Nachbarorganisationen der Feuerwehr miteingebunden,
insbesondere die Brandverhütungsstelle für Oberösterreich und
die oö. Feuerversicherer. Eigene Ausstellungsplätze sind auch für
die Feuerwehren der Städte Linz, Wels und Steyr vorgesehen, die stellvertretend
für fast 1000 Feuerwehren unseres Bundeslandes vom Wirken der Feuerwehren
und des einzelnen Feuerwehrmannes zum Wohle der Gesamtheit berichten sollen.
Der Besuch des Feuerwehrmuseums vermittelt jedem – ob Feuerwehrmann
oder nicht – wertvolle Einblicke in die Tätigkeit der oberösterreichischen
Feuerwehren einst und jetzt. Ein Besuch im Feuerwehrmuseum lohnt sich daher
auch für Sie!
132.000 Besucher aus 47 Nationen besichtigten in den ersten 10 Jahren des
Bestandes das O.ö. Feuerwehrmuseum, das "Historische Feuerwehrzeughaus
St. Florian". St. Florian gilt seit 1.200 Jahren als der Ort, an dem
der Heilige Florian bestattet wurde, ein weiterer Grund, an dieser Stelle
das Museum der
oberösterreichischen Florianijünger zu errichten. Dennoch kam man
erst später auf diese Idee, obwohl für den Stiftsmeierhof lange
Zeit ein Verwendungszweck gesucht wurde. Dieses großartige Baudenkmal,
noch vor dem Barockstift 1674 – 1685 errichtet, befand sich seit langem
in einem äußerst ruinösen Zustand. Während des Zweiten
Weltkrieges entstand der Plan, den Stiftsmeierhof zu einem Autobahn-Rasthaus
auszubauen. Dieses Projekt wurde Ende der 50er Jahre aufgegriffen, aber wieder
verworfen, da der Stiftsmeierhof zu weit von der Autobahn entfernt liegt.
Komm.Rat Dr. Fred Apfolterer, der von Minister Dr. Kotzina beauftragt worden
war, den Stiftsmeierhof in St. Florian zu retten und zu revitalisieren, mußte
deshalb neue Lösungen suchen. Zu diesem Zweck wurde 1969 der "Verein
zur Erhaltung des Stiftsmeierhofes St. Florian" ins Leben gerufen.
Feuerwehrhelme repräsentieren das Prestigegedenken vergangener Epochen.
So mancher "Feuerwehrhauptmann" ließ sich das sichtbare Zeichen
seiner Würde viel Geld kosten. Früher kam durch den Helm häufig
die Funktion zum Ausdruck. Der Helm eines Feuerwehrmusikers hat sich wesentlich
von dem eines Kommandanten, Zug- oder Schriftführers unterschieden. Die
ursächliche Bedeutung, den Kopf zu schützen, scheint damals nicht
vordergründig gewesen zu sein. Sie kam erst mit der Einführung des
Stahlhelmes für die kämpfende Truppe im Ersten Weltkrieg.
Dieser Verein stand zunächst vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe:
Es fehlte an finanziellen Mitteln für ein Vorhaben, das zu allererst
darin bestand, den weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern. Bettelbriefe
wurden geschrieben und Subventionen der öffentlichen Hand erbeten. Mit
dem wenigen, das zur Verfügung stand, konnte das Dach unter Aufsicht
von Johann Obermüller, der sich die Sanierung des altehrwürdigen
Bauwerkes zu seiner Lebensaufgabe machte, erneuert werden. 400 Kubikmeter
Holz, 260.000 Dachziegel und 1.600 Dachreiter waren erforderlich, um das mächtige
Bauwerk (84 x 71 m,
Dachfirsthöhe 19m, Dachfläche 5.700 m²) vor den Unbilden des
Wetters zu schützen. Komm.Rat Dr. Apfolterer und sein Team, Hofrat Dr,
Otto Wutzel und Johann Obermüller, blieben allen Widerständen zum
Trotz aktiv. Stets schwebte dem Verein vor, den Stiftsmeierhof nicht nur zu
restaurieren, sondern auch sinnvoll zu nützen; im Vordergrund stand dabei
der museale Charakter – ein Landwirtschaftsmuseum wurde in Erwägung
gezogen. Die Idee, in St. Florian ein Feuerwehrmuseum zu errichten, wurde
erst 1978 geboren. Die Geburtshelfer waren der Propst des Stiftes St. Florian,
Prälat Generalabt Wilhelm Neuwirth, die Hofräte Dr. Otto Wutzel
und Dr. Franz Lipp, Technischer Rat Ing. Fritz Heiserer, dessen Privatsammlung
heute ein integrierender Teil des Museums ist, Komm.Rat Dr. Apfolterer und
nicht zuletzt Oberbrandrat Franz Czejka von der Berufsfeuerwehr Linz. So wurde
aus dem größten Vierkanter des Landes, den vor 100 Jahren 60 Leute
bewirtschafteten, das größte Feuerwehrmuseum Österreichs.
Damals standen noch 36 Pferde und 150 Kühe in den Ställen des heutigen
Museums.
Zu den vielen Dingen, denen heute noch keine historische Bedeutung beigemessen
wird, gehören unattraktive Gegenstände wie die frühere Einsatzmontur.
Auch sie verdient erhalten zu werden. Auch dann, wenn sie mit politischen
Insignien versehen ist, an die man heute ungern erinnert wird.
Feuerwehrmuseum St. Florian
Das Historische Feuerwehrzeughaus ist in einem der markantesten Bauwerke des
Augustiner Chorherrenstiftes St. Florian bei Linz untergebracht: im barocken
früheren Stiftsmeierhof. Dieser Meierhof liegt an der Westseite des Stiftes.
Er hat die Form eines doppelten Vierkanters. Seine Dimensionen sind gewaltig
(Außenabmessung 84 x 71 m). Die beiden Innenhöfe sind je ungefähr
2500 m² groß. Das beherrschende Bauteil ist der eigentliche Wirtschaftstrakt,
dessen Dach 19m aufragt. Im Erdgeschoß waren die großen Stallungen
untergebracht, darüber befanden sich die Räumlichkeiten zur Lagerung
der Futtervorräte und des Getreides.
Am 20. Mai 1984 wurde das Museum (1. Etappe) unter Vereinspräsident LFKDT
LBD Karl Salcher eröffnet. Der weitere Ausbau des Museums erfolgt ab
1984 stufenweise. Mit der "Etappe 1985" sind nun zwei Drittel des
Gesamtprojektes verwirklicht. Im Endausbau dürfte es sich um das größte
Feuerwehrmuseum der Welt handeln. Die Ausstellungsfläche beträgt
dann rund 2.500 Quadratmeter. Das Museumskonzept sieht die Darstellung der
Entwicklung des Feuerwehrwesens sowohl als technische als auch als gesellschaftliche
Einrichtung. Ferner werden historische Feuerwehrgeräte, der aktuelle
Stand der Feuerwehrtechnik, des Katastropheneinsatzes, der Brandverhütung
und der Feuerwehrindustrie gezeigt. Einige Ausstellungsplätze dokumentieren
die Geschichte des O.ö. Feuerwehrverbandes und der O.ö. Landes-Feuerwehrschule,
der ersten, die in Österreich gegründet wurde. Der erste Kustos
des Museums war bis Ende 1993 der Konsulent für Denkmalpflege, August
Schickelberger (1908 – 1993), der 45 Jahre Feuerwehrmann war. Glanzlichter
des musealen Fundus sind u.a. die Holzkübelspritze des "bürgerlichen
Stuck und Gloggen Giesser in Steyr", Bernhard Lissiak, aus dem Jahre
1795 und die "Gebirgsspritze Triumph", die die Fa. Rosenbauer im
Jahre 1909 nach Milna, nahe Bled, ins ehemalige Kronland Krain geliefert hat.
Ein besonderer Exponat ist auch der "Kleine Florian", eine Tragkraftspritze
der Fa. Rosenbauer, die mit einem 5-PS-Puch-Doppelkolbenmotor ausgerüstet
ist und 250 Liter Wasser pro Minute förderte. In einer Vitrine wird auch
die Geschichte des Versicherungswesens dargestellt. Im 18. Jh. erhielten die
Abbrändler "Brandbriefe" ausgestellt, die es ihnen gestatteten,
betteln zu gehen! Abbrändlern in geschlossenen Ortschaften wurde für
drei Jahre Steuerfreiheit gewährt. Von 1761 bis 1786 durften keine Brandbriefe
ausgestellt werden, um das damals überhandnehmende Bettlerunwesen zu
steuern.
Das Bild zeigt eine Krückenspritze, wie sie während des Zweiten
Weltkrieges vom "Luftschutz" vorgeschrieben wurde. Sie musste, zusammen
mit Löschwasser und einem Kübel Sand am Dachboden parat gehalten
werden, um bei Luftangriffen gegen Brandstäbe und Brandplättchen
vorgehen zu können.
1811 schlug die Geburtsstunde der ersten österreichischen Feuerversicherungsanstalt.
Sie war quasi ein "bayrisches Besatzungskind", denn in diesem Jahr
gründete König Max I. Josef von Bayern eine Brandversicherungsanstalt.
Weil damals das Innviertel und Teile des Hausruckviertels zu Bayern gehörten,
wurde diese Einrichtung auch im Land ob der Enns wirksam. 1816 kamen die genannten
Gebiete wieder an Österreich zurück, aber die Feuerversicherungsanstalt
wurde beibehalten, aus der sich über die "Oberösterreichische
Wechselseitige Landes-Brandschaden-Versicherungsanstalt" die "Oberösterreichische
Wechselseitige Versicherungsanstalt", der führende Elementarversicherer
unseres Landes, entwickelte. Ein großer Teil der Sammlung stammt von
der Feuerwehrindustriefirma Rosenbauer. Die Exponate wurden von Techn.Rat
Ing. Fritz Heiserer und seinen Vorfahren gesammelt und dem Museum als Leihgabe,
als "Sammlung Rosenbauer" zur Verfügung gestellt. Das Museum
wird Jahr für Jahr mit Sonderausstellungen aktualisiert und der Ausbau
erfolgt kontinuierlich. Die Einrichtung eines Luftschutzkeller-Szenariums
aus dem Zweiten Weltkrieg ist baulich vorbereitet. Geplant ist ferner eine
Ausstellung, die die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zum Thema hat.