Oberösterreichischer Landesfeuerwehrverband
Feuerwehrmuseum - Seite 1/1
Erstellt am 2005-04-10 von OÖLFV [Drucken]

Feuerwehrgeschichte
Feuerwehrmuseum St. Florian

Das Historische Feuerwehrzeughaus ist in einem der markantesten Bauwerke des Augustiner Chorherrenstiftes St. Florian bei Linz untergebracht: im barocken früheren Stiftsmeierhof. Dieser Meierhof liegt an der Westseite des Stiftes. Er hat die Form eines doppelten Vierkanters. Seine Dimensionen sind gewaltig (Außenabmessung 84 x 71 m). Die beiden Innenhöfe sind je ungefähr 2500 m² groß. Das beherrschende Bauteil ist der eigentliche Wirtschaftstrakt, dessen Dach 19m aufragt. Im Erdgeschoß waren die großen Stallungen untergebracht, darüber befanden sich die Räumlichkeiten zur Lagerung der Futtervorräte und des Getreides.

Der ursprünglich ganz für landwirtschaftliche Zwecke konzipierte Bau war in den letzten Jahrzehnten infolge der Zusammenlegung der landwirtschaftlichen Betriebe des Stiftes in dem Meierhof Hohenbrunn bei St. Florian weitgehend leer gestanden und schien dem Verfall preisgegeben.
Vom "Verein zur Erhaltung des barocken Stiftsmeierhofes St. Florian" wurde der Meierhof zwischen 1969 und 1979 wieder instand gesetzt. Umfangreiche Investitionen waren nötig, um das Bauwerk wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. Nach der Entscheidung, hier ein oö. Feuerwehrmuseum einzurichten, nahm sich der Verein "Historisches Feuerwehrzeughaus St. Florian" 1979 dieses Vorhabens an. Er sorgte für die Adaptierung der Räume für Ausstellungszwecke und die Einrichtung des Museums. Am 20.5.1984 wurde das Museum (1. Etappe) eröffnet. Der Ausbau des Museums erfolgt seit 1984 stufenweise. Mit der Etappe Mai 1985 sind rund zwei Drittel des Gesamtprojektes verwirklicht. Im Endausbau wird es sich bei diesem Feuerwehrmuseum um das wahrscheinlich größte der Welt handeln. Die Ausstellungsfläche liegt dann bei 2500 m².

Das Museumskonzept
Das Museumskonzept sieht die Darstellung der Entwicklung des Feuerwehrwesens sowohl als technische als auch als gesellschaftliche Einrichtung vor. Neben vielen historischen Feuerwehrgeräten, wie sie jetzt schon zu sehen sind, soll auch dem aktuellen Stand der Feuerwehrtechnik, des Katastropheneinsatzes, der Brandverhütung und der Feuerwehrindustrie Rechnung getragen werden.Die historische Geräteschau zeigt vor allem handbediente Spritzen und pferdebespannte Fahrzeuge, doch sind auch einige motorisierte Oldtimer aus den 20er Jahren aufgestellt. Diese Geräte liefern einen interessanten Vergleich mit der heutigen Löschtechnik und stellen deren Fortschritt eindrucksvoll
dar.
Daneben werden noch Uniformen, persönliche Ausrüstungsgegenstände der Feuerwehren gezeigt und insbesondere auch Hinweise auf die Stellung der Feuerwehr in der modernen Gesellschaft gegeben.
Der Zugang zur Ausstellung erfolgt über einen eigenen kleinen Saal, der der Stiftsfeuerwehr St. Florian vorbehalten ist, die als älteste österreichische Betriebsfeuerwehr bereits seit dem Jahre 1847 besteht. Selbstverständlich sind in diese Ausstellung auch Nachbarorganisationen der Feuerwehr miteingebunden, insbesondere die Brandverhütungsstelle für Oberösterreich und die oö. Feuerversicherer. Eigene Ausstellungsplätze sind auch für die Feuerwehren der Städte Linz, Wels und Steyr vorgesehen, die stellvertretend für fast 1000 Feuerwehren unseres Bundeslandes vom Wirken der Feuerwehren und des einzelnen Feuerwehrmannes zum Wohle der Gesamtheit berichten sollen.
Der Besuch des Feuerwehrmuseums vermittelt jedem – ob Feuerwehrmann oder nicht – wertvolle Einblicke in die Tätigkeit der oberösterreichischen Feuerwehren einst und jetzt. Ein Besuch im Feuerwehrmuseum lohnt sich daher auch für Sie!
132.000 Besucher aus 47 Nationen besichtigten in den ersten 10 Jahren des Bestandes das O.ö. Feuerwehrmuseum, das "Historische Feuerwehrzeughaus St. Florian". St. Florian gilt seit 1.200 Jahren als der Ort, an dem der Heilige Florian bestattet wurde, ein weiterer Grund, an dieser Stelle das Museum der
oberösterreichischen Florianijünger zu errichten. Dennoch kam man erst später auf diese Idee, obwohl für den Stiftsmeierhof lange Zeit ein Verwendungszweck gesucht wurde. Dieses großartige Baudenkmal, noch vor dem Barockstift 1674 – 1685 errichtet, befand sich seit langem in einem äußerst ruinösen Zustand. Während des Zweiten Weltkrieges entstand der Plan, den Stiftsmeierhof zu einem Autobahn-Rasthaus auszubauen. Dieses Projekt wurde Ende der 50er Jahre aufgegriffen, aber wieder verworfen, da der Stiftsmeierhof zu weit von der Autobahn entfernt liegt. Komm.Rat Dr. Fred Apfolterer, der von Minister Dr. Kotzina beauftragt worden war, den Stiftsmeierhof in St. Florian zu retten und zu revitalisieren, mußte deshalb neue Lösungen suchen. Zu diesem Zweck wurde 1969 der "Verein zur Erhaltung des Stiftsmeierhofes St. Florian" ins Leben gerufen.
Feuerwehrhelme repräsentieren das Prestigegedenken vergangener Epochen. So mancher "Feuerwehrhauptmann" ließ sich das sichtbare Zeichen seiner Würde viel Geld kosten. Früher kam durch den Helm häufig die Funktion zum Ausdruck. Der Helm eines Feuerwehrmusikers hat sich wesentlich von dem eines Kommandanten, Zug- oder Schriftführers unterschieden. Die ursächliche Bedeutung, den Kopf zu schützen, scheint damals nicht vordergründig gewesen zu sein. Sie kam erst mit der Einführung des Stahlhelmes für die kämpfende Truppe im Ersten Weltkrieg.
Dieser Verein stand zunächst vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe: Es fehlte an finanziellen Mitteln für ein Vorhaben, das zu allererst darin bestand, den weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern. Bettelbriefe wurden geschrieben und Subventionen der öffentlichen Hand erbeten. Mit dem wenigen, das zur Verfügung stand, konnte das Dach unter Aufsicht von Johann Obermüller, der sich die Sanierung des altehrwürdigen Bauwerkes zu seiner Lebensaufgabe machte, erneuert werden. 400 Kubikmeter Holz, 260.000 Dachziegel und 1.600 Dachreiter waren erforderlich, um das mächtige Bauwerk (84 x 71 m,
Dachfirsthöhe 19m, Dachfläche 5.700 m²) vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Komm.Rat Dr. Apfolterer und sein Team, Hofrat Dr, Otto Wutzel und Johann Obermüller, blieben allen Widerständen zum Trotz aktiv. Stets schwebte dem Verein vor, den Stiftsmeierhof nicht nur zu restaurieren, sondern auch sinnvoll zu nützen; im Vordergrund stand dabei der museale Charakter – ein Landwirtschaftsmuseum wurde in Erwägung gezogen. Die Idee, in St. Florian ein Feuerwehrmuseum zu errichten, wurde erst 1978 geboren. Die Geburtshelfer waren der Propst des Stiftes St. Florian, Prälat Generalabt Wilhelm Neuwirth, die Hofräte Dr. Otto Wutzel und Dr. Franz Lipp, Technischer Rat Ing. Fritz Heiserer, dessen Privatsammlung heute ein integrierender Teil des Museums ist, Komm.Rat Dr. Apfolterer und nicht zuletzt Oberbrandrat Franz Czejka von der Berufsfeuerwehr Linz. So wurde aus dem größten Vierkanter des Landes, den vor 100 Jahren 60 Leute bewirtschafteten, das größte Feuerwehrmuseum Österreichs. Damals standen noch 36 Pferde und 150 Kühe in den Ställen des heutigen Museums.
Zu den vielen Dingen, denen heute noch keine historische Bedeutung beigemessen wird, gehören unattraktive Gegenstände wie die frühere Einsatzmontur. Auch sie verdient erhalten zu werden. Auch dann, wenn sie mit politischen Insignien versehen ist, an die man heute ungern erinnert wird.

Feuerwehrmuseum St. Florian
Das Historische Feuerwehrzeughaus ist in einem der markantesten Bauwerke des Augustiner Chorherrenstiftes St. Florian bei Linz untergebracht: im barocken früheren Stiftsmeierhof. Dieser Meierhof liegt an der Westseite des Stiftes. Er hat die Form eines doppelten Vierkanters. Seine Dimensionen sind gewaltig (Außenabmessung 84 x 71 m). Die beiden Innenhöfe sind je ungefähr 2500 m² groß. Das beherrschende Bauteil ist der eigentliche Wirtschaftstrakt, dessen Dach 19m aufragt. Im Erdgeschoß waren die großen Stallungen untergebracht, darüber befanden sich die Räumlichkeiten zur Lagerung der Futtervorräte und des Getreides.
Am 20. Mai 1984 wurde das Museum (1. Etappe) unter Vereinspräsident LFKDT LBD Karl Salcher eröffnet. Der weitere Ausbau des Museums erfolgt ab 1984 stufenweise. Mit der "Etappe 1985" sind nun zwei Drittel des Gesamtprojektes verwirklicht. Im Endausbau dürfte es sich um das größte Feuerwehrmuseum der Welt handeln. Die Ausstellungsfläche beträgt dann rund 2.500 Quadratmeter. Das Museumskonzept sieht die Darstellung der Entwicklung des Feuerwehrwesens sowohl als technische als auch als gesellschaftliche Einrichtung. Ferner werden historische Feuerwehrgeräte, der aktuelle Stand der Feuerwehrtechnik, des Katastropheneinsatzes, der Brandverhütung und der Feuerwehrindustrie gezeigt. Einige Ausstellungsplätze dokumentieren die Geschichte des O.ö. Feuerwehrverbandes und der O.ö. Landes-Feuerwehrschule, der ersten, die in Österreich gegründet wurde. Der erste Kustos des Museums war bis Ende 1993 der Konsulent für Denkmalpflege, August Schickelberger (1908 – 1993), der 45 Jahre Feuerwehrmann war. Glanzlichter des musealen Fundus sind u.a. die Holzkübelspritze des "bürgerlichen Stuck und Gloggen Giesser in Steyr", Bernhard Lissiak, aus dem Jahre 1795 und die "Gebirgsspritze Triumph", die die Fa. Rosenbauer im Jahre 1909 nach Milna, nahe Bled, ins ehemalige Kronland Krain geliefert hat. Ein besonderer Exponat ist auch der "Kleine Florian", eine Tragkraftspritze der Fa. Rosenbauer, die mit einem 5-PS-Puch-Doppelkolbenmotor ausgerüstet ist und 250 Liter Wasser pro Minute förderte. In einer Vitrine wird auch die Geschichte des Versicherungswesens dargestellt. Im 18. Jh. erhielten die Abbrändler "Brandbriefe" ausgestellt, die es ihnen gestatteten, betteln zu gehen! Abbrändlern in geschlossenen Ortschaften wurde für drei Jahre Steuerfreiheit gewährt. Von 1761 bis 1786 durften keine Brandbriefe ausgestellt werden, um das damals überhandnehmende Bettlerunwesen zu steuern.
Das Bild zeigt eine Krückenspritze, wie sie während des Zweiten Weltkrieges vom "Luftschutz" vorgeschrieben wurde. Sie musste, zusammen mit Löschwasser und einem Kübel Sand am Dachboden parat gehalten werden, um bei Luftangriffen gegen Brandstäbe und Brandplättchen vorgehen zu können.
1811 schlug die Geburtsstunde der ersten österreichischen Feuerversicherungsanstalt. Sie war quasi ein "bayrisches Besatzungskind", denn in diesem Jahr gründete König Max I. Josef von Bayern eine Brandversicherungsanstalt. Weil damals das Innviertel und Teile des Hausruckviertels zu Bayern gehörten, wurde diese Einrichtung auch im Land ob der Enns wirksam. 1816 kamen die genannten Gebiete wieder an Österreich zurück, aber die Feuerversicherungsanstalt wurde beibehalten, aus der sich über die "Oberösterreichische Wechselseitige Landes-Brandschaden-Versicherungsanstalt" die "Oberösterreichische Wechselseitige Versicherungsanstalt", der führende Elementarversicherer unseres Landes, entwickelte. Ein großer Teil der Sammlung stammt von der Feuerwehrindustriefirma Rosenbauer. Die Exponate wurden von Techn.Rat Ing. Fritz Heiserer und seinen Vorfahren gesammelt und dem Museum als Leihgabe, als "Sammlung Rosenbauer" zur Verfügung gestellt. Das Museum wird Jahr für Jahr mit Sonderausstellungen aktualisiert und der Ausbau erfolgt kontinuierlich. Die Einrichtung eines Luftschutzkeller-Szenariums aus dem Zweiten Weltkrieg ist baulich vorbereitet. Geplant ist ferner eine Ausstellung, die die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zum Thema hat.




 

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