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Feuerwehrschule

Neue Flughelfer in der Waldbrandbekämpfung ausgebildet

Im Zuge des Flughelferlehrganges und des Flughelfer-Weiterbildungslehrganges wurden an der Oö. Landes-Feuerwehrschule neue Flughelfer ausgebildet. Im Oö. Landes-Feuerwehrverband gibt es 10 Flughelferstützpunkte, 5 davon sind zusätzlich auch mit Ausrüstungen für die Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung.

Von diesen Stützpunkten wurden 16 aktive Feuerwehrmitglieder für die Ausbildung zum Flughelfer vorbereitet. Nach der Ausbildung am Stützpunkt absolvierten diese den Funk-, Atemschutz- und Gruppenkommandanten-Lehrgang, sowie in weiterer Folge den Lehrgang für Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung.

Die Spezialausbildung zum Flughelfer erfolgte in mehreren Stufen. Sie begann am 26. und 27. September 2016 mit dem Flughelferlehrgang und wurde mit einem Praxisteil im Zuge des Flughelfer-Weiterbildungslehrganges am 11. Oktober 2016 abgeschlossen.

Flughelferlehrgang

Im zweitägigen Flughelferlehrgang wurden die Teilnehmer in einer durchwegs abwechslungsreichen Ausbildung intensiv auf ihre künftigen Aufgaben im Flugdienst vorbereitet. Zu Beginn wurden theoretische Inhalte wie die Standorte der Flughelfer- und Waldbrandbekämpfungsstützpunkte in Oberösterreich und deren Ausrüstung vorgestellt. Besonderes Augenmerk wurde der Funktion und Überprüfung der vom OÖLFV zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenstände und Gerätschaften dieser Stützpunkte gewidmet. Piloten des Kommando Luftunterstützung (Kdo LuU) vermittelten Begriffsbestimmungen und Grundlagen beim Einsatz von Hubschraubern in der Waldbrandbekämpfung, bei Seilbahnunglücken und Verkehrsunfällen.


Im Anschluss daran, wurden die Lehrgangsteilnehmer in der praktischen Ausbildung stufenweise an ihre künftigen Aufgaben herangeführt. Die praktische Ausbildung fand einerseits am Standort der Oö. Landes-Feuerwehrschule in Linz und andererseits im nahegelegenen Fliegerhorst Vogler, bei der 1. Hubschrauberstaffel Kdo LuU des Österreichischen Bundesheeres in Hörsching statt.

Praxisinhalte waren:

  • Kennenlernen der verschiedenen Luftfahrzeuge (AB 212, „Libelle“, „Christophorus“, …)
  • Erkunden und Errichten eines geeigneten Landeplatzes für mehrere Hubschrauber und die Errichtung einer Kommandostelle am Landeplatz (Einsatzabschnitt Flugdienst)
  • Lageführung und Einsatzdokumentation im Flugbetrieb
  • Einweisen von Hubschraubern am Landeplatz und im Gelände
  • Kommunikation am Flugfunk
  • Zusammenstellen und Packen von Außenlasten
  • Bedienung der Lasthaken
  • Windenbetrieb inkl. sämtlicher Sicherungsmaßnahmen und Knotenkunde
  • Sicherheit im Flugbetrieb

Ein Highlight dieses Lehrganges war sicherlich die Praxis im Einweisen eines Hubschraubers AB 212 inklusive dem Ein- und Aushängen des Löschwassertransportbehälters im Echtbetrieb. Die Einschulung auf die Hubschrauber „Libelle“ des BMI und „Christophorus“ des ÖAMTC war eine weitere Bereicherung der praktischen Ausbildung.

Die Erstellung des Programms und die Durchführung der mehrstufigen Ausbildung unserer Flughelfer erfolgt nach den Richtlinien des ÖBFV und baut besonders auf den Erfahrungen aus den gemeinsamen Übungen und Einsätzen mit dem Kommando Luftunterstützung auf. Neben den Ausbildern der OÖLFS wurde ein beträchtlicher Teil dieser Ausbildung von Vzlt. Wolfgang Hontsch, Pilot der 1. Hubschrauberstaffel im Fliegerhorst Vogler in Hörsching geleistet.

Flughelfer-Weiterbildungslehrgang

Den Abschluss der Flughelferausbildung bildeten die praktischen Übungen im Rahmen des Flughelfer-Weiterbildungslehrganges am 11. Oktober in Kleinreifling. Dazu wurden auch alle aktiven Flughelfer des OÖLFV einberufen. Seitens des ÖBH wurden vom Kommando Luftunterstützung zwei Hubschrauber (AB 212 und Alouette III), ein Fliegerischer Einsatzleiter und ein Tankfahrzeug entsandt.

Lehrgangsinhalte waren Sequenzen / Stationen aus dem Einsatzablauf der Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung unter Einbeziehung der örtlichen Feuerwehr (FF Kleinreifling) und des FLH-/WHS-Stützpunktes Reichraming an mehreren Einsatzorten mit verschiedenen Löschwasserentnahmestellen:

Einsatzvorbereitung:

  • Aufbau der Einsatzleitung
  • Fliegerische Einsatzleitung
  • situative Festlegung der erforderlichen Abläufe und Auftragserteilung entsprechend der Vorbereitung durch die Übungsleitung
  • Erkunden und Einrichten von Landeplätzen
  • Organisation eines Landeplatzes mit bis zu drei Luftfahrzeugen
  • Errichten einer Funkverbindung (Relais) und Kommandostelle
  • Herstellen einer Löschwasserversorgung am Landeplatz zum Standbehälter
  • Vorbereiten und Einhängen von Lasten (TS, Geräte, Schläuche, Armaturen (Netz, Gitterbox))
  • Errichten der Standbehälter am Berg  mit anschließender Befüllung mittels Flugbehälter
  • Befüllung der Flugbehälter (Aufnahme, Transport) und Löschwasserabwurf


Stationsbetrieb / praktische Prüfung der FLH – Anwärter (vom FLH-LG 09/2016)

  • Einweisen von Hubschraubern
  • Windenbetrieb
  • Verhalten und Sicherung im Gelände (Unterstützung durch Bergrettungsdienst (BRD))


Brandbekämpfung

  • Auswahl und Vorbereiten von Standplätzen für Löschwasserstandbehälter in steilem Gelände inkl. der  Errichtung eines Podestes
  • Verlegung von Mannschaften (Personentransport)
  • Einsatz von TS, Renzler 500 l, Renzler 1.000 l, Bambi Bucket,
  • Befüllung des Standbehälter 50 m³ mit einer Zubringleitung aus der Enns unter Verwendung eines Arbeitsbootes, da die Wasserentnahmestelle zu Lande nicht erreichbar war
  • Befüllen des Renzler-Behälters am Landeplatz und durch Schöpfen aus künstlichen und natürlichen Wasserentnahmestellen – Ennsfluss


Für die neuen Flughelfer erfolgte vor den praktischen Übungen eine intensive Einweisung auf den Hubschrauber Alouette III, Windenbetrieb und Podestbau im Gelände. Die bereits aktiven Flughelfer wurden mit verschiedenen Aufgaben bzw. Führungsfunktionen betraut. In der Übungsleitung waren der BFKDT, AFKDTSTV, PBKDT, BGM, Polizei, Bergrettung, Rotes Kreuz, Forstorgane, Grundstücksbesitzer, Radio Oberösterreich, Filmproduktion Wiederin und der Fliegerische Einsatzleiter des ÖBH vertreten.
Die sequenzielle Abarbeitung des Programmes ermöglichte, dass alle Teilnehmer in einzelne Details einbezogen werden konnten, was sich auch in den guten Rückmeldungen der mitwirkenden Organisationen und Lehrgangsteilnehmer äußerte. Trotz zum Teil schlechter Witterungsverhältnisse mit Schneefall am Vortag bis in 1.000 m Seehöhe wurde das Übungsziel erreicht.Daran waren auch ganz besonders die FF Kleinreifling mit HBI Hannes Stubauer und der FLH-/WHS-Stützpunkt Reichraming mit HBM Michael Brunthaler beteiligt.

Erstmals wurden auch die neuen Kennzeichnungswesten „Abschnittsleiter Flugdienst“ (weiß) und „KDT Landeplatz“ (rot) für die als Führungskräfte eingeteilten Flughelfer eingesetzt und haben sich bewährt. Alle „neuen“ Flughelfer konnten das Lehrgangsziel erreichen und erhielten vom Kdt. der 1. HS-Staffel Mjr. Andreas Buchmayr und  Schulleiter OBR Ing. Hubert Schaumberger gemeinsam mit dem Fliegerischen Einsatzleiter Vzlt. Jürgen Rosenberger, Sachgebietsmitarbeiter 5.3 des ÖBFV BR Christian Huemer und BFDKT Wolfgang Mayr beim Lehrgangsabschluss im Feuerwehrhaus Kleinreifling ihre Flughelferausweise.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die neue Funktion als Flughelfer! Dank an alle Mitwirkenden und Unterstützenden insbesondere der FF Kleinreifling, dem FLH-und WHS-Stützpunkt Reichraming, dem BFKDO Steyr-Land und dem KdoLuU. Die Oö. Landes-Feuerwehrschule ist stolz auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Kommando Luftunterstützung und seinen Hubschrauberbesatzungen.

Das Team der Oö. Landes-Feuerwehrschule bedankt sich bei seinen Führungskräften, Piloten und Technikern recht herzlich mit einem „Glück ab – gut Land!

“Informationen über den „Flugdienst bei der Feuerwehr“, erhalten Sie im ÖBFV-Fachschriftenheft 21 (erstellt vom SG 5.3) in Form einer DVD von Filmproduktion Hannes Wiederin (www.wiederin-film.at). Erhältlich in der Verkaufsstelle am Infopoint des OÖLFKDO.

Text: Hurnaus / Schaumberger
Fotos: Czech, Wiederin, Schaumberger, FF Kleinreifling, BFKDO Steyr-Land