Feuerwehr-
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Brennpunkt

Rettungsgasse: Wenn Feuerwehrleute statt im Einsatz zu helfen auf der Autobahn (fest)sitzen

TIROL: Die Brennerautobahn war am 16. Mai 2017 Schauplatz eines spektakulären Tankwagenbrandes. Da die Ladung aus Ammoniaklösung bestand, wurden zwecks Wasserpuffer mehrere Feuerwehr nachalarmiert, so auch die Feuerwehr Zirl. Die Mannschaft sollte dann jedoch 40 Minuten sprichwörtlich auf der Autobahn festsitzen.

Während der Einsatz selbst trotz seiner anfänglichen Brenzligkeit reibungslos über die Bühne gegangen ist, happerte es mit der Rettungsgasse massiv. Feuerwehrleute waren verdonnert, bis zu 40 Minuten sprichwörtlich auf der Autobahn herumzusitzen, weil es für sie kein Weiterkommen gab. So berichtet das Bezirks-Feuerwehrkommando Innsbruck Land: Da zum Kühlen des Anhängers große Mengen Wasser benötigt wurden, ließ Einsatzleiter BI Pessati weitere Feuerwehren zum Gefahrgut-Lkw-Brand nach Schönberg nachalarmieren. Um die Einsatzbereitschaft im Wipptal und Stubaital nicht zu gefährden (Feuerwehr Neustift blieb zur Gebietsabdeckung auf Bereitschaft), wurden Feuerwehren aus dem Mittelgebirge (Mutters) sowie aus dem Abschnitt Kematen (Kematen, Völs, Zirl) alarmiert. Diese Wehren sollten somit den Wasserpuffer gewährleisten.


Klappt meist, aber nicht immer gut
Bereits im Bereich Zenzenhof gab es aber für die nachrückenden Kräfte kein Weiterkommen mehr, HV Florian Prosch (FF Zirl) zum Feuerwehrmagazin Brennpunkt: "Für uns Feuerwehren führen Einsätze auf den Autobahnen immer wieder zu großen Problemen bei der Anfahrt. Manchmal ist es für die erstanrückenden Einsatzfahrzeuge noch möglich, zum Einsatzort zu gelangen. Viele Autofahrer denken sich dann, dass da eh nix mehr kommt, fahren in die Rettungsgasse ein und blockieren diese wieder. Nachrückende, oft große Feuerwehrfahrzeuge, haben da dann keine Chance mehr. Hier im aktuellen Fall funktionierte die Rettungsgasse anfangs ja durchaus und das nicht einmal schlecht. Ich fahre in der Umgebung täglich auf der Autobahn zur Arbeit und kann das selbst bestätigen. Bei der hier vorliegenden Einsatzfahrt kamen wir dann jedoch an einem Punkt, wo leider nichts mehr ging. Oberhalb des Zenzenhofs war dann Pause. Neben sich nicht korrekt verhaltenden Fahrzeuglenkern kam in dem Bereich dann auch noch eine Baustelle dazu, was die Situation vermutlich dann noch schlimmer gemacht hat. Jedenfalls saßen wir dann 40 Minuten lang sprichwörtlich auf der Autobahn fest, bevor wir dann abrücken konnten. Nichts desto trotz verlief diese unfreiwillige Rast dann aber ohne markante Auswirkung für den Einsatz vor Ort, da man die angeforderte Wasserreserve schlussendlich nicht gebraucht und mit den Mitteln vor Ort ausgekommen ist.“


User ließen Emotionen freien Lauf
„Der Vorfall bzw. die Postings auf Facebook durch die Feuerwehren Zirl und Völs wurde von vielen Usern dann jedoch als Anlass genommen ihren Unmut freien Lauf zu lassen, wie man es von Facebook leider kennt“, weiß Florian Prosch weiter. „Somit sind nun auch verschiedenen Medien bei uns auf diesen Zug aufgesprungen, um darüber zu berichten. Nichts desto trotz sollte man – meiner persönlichen Meinung nach – die Verkehrsteilnehmer weiter darauf sensibilisieren!“