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Ein Schutzengel dankt ab: Nach der 250. Blutspende ist für Feuerwehr-Urgestein Karl Mitterlehner nun Schluss

An seinem 70. Geburtstag und zugleich dem Weltblutspendetag endete der Blutspende-Marathon von Feuerwehr-Urgestein und langjährigem Ausbildner der Oö. Landes-Feuerwehrschule Karl Mitterlehner.

"Griaß di, Karl! Is’ heut wieder so weit?" Eine herzliche Begrüßung von Schwester Gabi am Empfang der Blutspendezentrale Linz. Der Griff zum Anmeldeformular, das Beantworten der Fragen, die Arztuntersuchung. Alles Routine für Karl Werner Mitterlehner. Trotzdem ist der 70-Jährige, Blutgruppe A positiv, und Retter aus Leidenschaft nervös.

Der Blutdruck ist höher als an anderen Tagen. Denn heute wird zum 250. Mal Blut abgezapft, und dem Feuerwehr-Ausbildner aus Kronstorf steht das Ende seiner langen Blutspender-Karriere bevor. Das Okay und sämtliche Blutbeutel bekommt der passionierte Feuerwehrmann dennoch. "Ich bin nur einmal abgelehnt worden, da waren die Eisenwerte zu niedrig", erzählt Mitterlehner und nimmt auf einem der gelben Stühle, die für Thrombozytenspender reserviert sind, Platz.

Das Blut wird separiert

Schon ist Schwester Gabi zur Seite, desinfiziert die Armbeuge, nimmt Blutproben und zapft ab. Das rote Elixier wird durch einen Zellseparator in seine Bestandteile getrennt, ein Teil der Blutplättchen wird abgenommen, der Rest wird dem Spender mit einer Gerinnungslösung wieder zugeführt, erklärt die Mitarbeiterin der Blutzentrale. "Damit wird Schwerstkranken oder Leukämie-Patienten geholfen", ergänzt Karl Mitterlehner. Er ist einer von 2000 Oberösterreichern, die nur auf Bestellung in der Zentrale in Linz Blutplättchen spenden.

Eineinhalb Stunden investiert der zweifache Vater und dreifache Großvater regelmäßig für die mildtätige Gabe. Kurze Auszeit von der Arbeit. Viel Zeit zum Nachdenken. "Begonnen hat alles mit dem Tod des ersten Kindes. Meine damalige Ehefrau verlor bei der Geburt viel Blut. Ich leistete damals in Wien den Wehrdienst beim Heer. Das Erste, was ich tat, war sofort Blut spenden", sagt der 70-Jährige, der bei der Bezeichnung Lebensretter oder Schutzengel leicht rot im Gesicht wird. Dunkler wird sein Ausdruck, wenn es um die geringe Anzahl an Spendern verglichen mit der Zahl der Gesamtbevölkerung geht.

"Zu wenige spenden"

"Klar, viele können aus gesundheitlichen Gründen nicht oder dürfen nicht. Aber dass nur fünf Prozent der Österreicher Blut spenden, ist erschreckend. Dabei ist wirklich nicht viel dabei", sagt er. Mit der obligatorischen Schokolade, die jedem Spender angeboten wird, will er – wie immer – seinen Kameraden eine Freude machen. Früher, da wurden die Wohltäter noch mit Wein aufgepäppelt. Neben dem Achterl stand der Aschenbecher, erzählt Mitterlehner, der am Weltblutspende-Tag, Geburtstag feiert. "Dann ist Schluss. Denn zum 70er wird mich die Datenbank ausspucken", sagt Karl Werner Mitterlehner mit traurigem Blick, lässt sich die Kanüle aus dem Arm ziehen, die stecknadelkopfgroße Wunde mit einem Pflaster versiegeln und verabschiedet sich von Schwester Gabi.

Rekord-Blutspender und ein außergewöhnlicher Feuerwehrmann aus Leidenschaft

Auch Servus-TV drehte anlässlich der 250. Blutspende einen TV-Beitrag mit dem außergewöhnlichen Feuerwehrmann auf Rekordkurs. Hier dazu der Beitrag:

Quelle: Valentina Diermaier / OÖ Nachrichten
Foto: Volker Weihbold / OÖ Nachrichten
Video: Servus TV, Servus am Abend