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„Brandgefährliche Weihnachts- und Silvesterzeit“ - Tipps für sichere und besinnliche Feiertage

Weihnachten ist die Zeit der Ruhe und Besinnung – jedoch nicht für die Feuerwehren, denn gerade rund um die Feiertage stehen sie oft wieder im Dauereinsatz. Alleine im Jahr 2015 wurden Oberösterreichs Feuerwehren zwischen Mitte November bis Mitte Jänner zu 1.555 Brandeinsätzen gerufen. Umso wichtiger ist es, bereits im Vorfeld durch einige wenige Handgriffe vorzusorgen, um „brandgefährliche Feiertage“ zu vermeiden.

Innerhalb weniger Sekunden kann es passieren und eine gesamte Wohnung steht in Vollbrand – ausgelöst durch einen brennenden Adventkranz oder Christbaum. Kerzen sind und bleiben nach wie vor die „Brandstifter“ Nummer 1. Rund 40 Prozent aller durch offenes Feuer verursachten Brände entfallen auf die Wochen rund um Weihnachten. So schnell dieses Unglück passieren kann, so vielfach sind die Ursachen: zu nahe an der Kerzenflamme befindliche Dekorationsmaterialien, ein zu geringer Abstand der Flamme zu Tannenzweigen oder einfach zu weit herab gebrannte Kerzen.

Gefahr: Trockene Tannenzweige und abgebrannte Kerzen


„Oft reichen schon 30 bis 40 Sekunden, bis ein Christbaum lichterloh brennt, nach einer Minute steht die ganze Wohnung in Flammen. Die trockenen Tannenzweige wirken dabei wie ein hochentzündlicher Zünder“, macht Wolfgang Reisinger, Vorbeugender Brandschutz und Prävention im Oö. Landes-Feuerwehrkommando, auf die Gefahren aufmerksam.

Brennende Kerzen keinesfalls unbeaufsichtigt lassen

Es muss aber nicht unbedingt auf den Brauch von Kerzen verzichtet, diese jedoch mit besonderer Vorsicht verwendet werden. „Brennende Kerzen oder Wunderkerzen sollten nie unbeaufsichtigt gelassen werden, hier genügt schon ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit, damit das Unglück seinen Lauf nimmt. Auch auf Zugluft sollte man achten“, so Reisinger.

Gefahrendemonstration eines Christbaumbrandes

Erhöhte Brandgefahr in der Silvesternacht

Auch zu Silvester werden viele das neue Jahr wieder mit einem Feuerwerk begrüßen. Durch unsachgemäßes Handeln und eine falsche Gefahreneinschätzung ereignen sich jedes Jahr zahlreiche Unfälle und Brände – ausgelöst durch Feuerwerkskörper. Im Durchschnitt werden in dieser Nacht die Feuerwehren zu rund dreimal so vielen Brandeinsätzen gerufen, wie an normalen Tagen.

Einige Tipps für brandsichere Feiertage

Damit es gar nicht so weit kommt und die mehr als 92.000 freiwilligen Feuerwehrfrauen- und männer in Oberösterreich die Feiertage zuhause bei ihren Familien feiern können, hier einige Sicherheitstipps für Weihnachten und Silvester:

Brandvermeidung zu Weihnachten

  • Kerzen und Wunderkerzen, ob am Christbaum oder Adventkranz, nie unbeaufsichtigt brennen lassen
  • Adventkränze und Gestecke immer auf eine nicht brennbare Unterlage (entweder aus Keramik oder Metall) stellen
  • Herabgebrannte Kerzen sofort austauschen bzw. nicht mehr anzünden
  • Abstand der Flamme zu Tannenzweigen und möglichen brennbaren Materialien wie Vorhänge oder Tischdecken etc. möglichst groß halten
  • Kinder und Haustiere nie mit brennenden Kerzen alleine lassen
  • Christbaumständer mit einem sicheren Stand verwenden
  • Damit die Bescherung nicht im Chaos endet, zur Sicherheit immer einen Feuerlöscher oder einen Eimer Wasser in der Nähe bereithalten
  • Mögliche Zugluft beachten
  • Vorsicht beim Ausblasen der Kerzen – erhöhte Brandgefahr durch Funkenflug
  • Kerzen auf Adventkränzen und Christbäumen aufgrund der Trockenheit nach den Feiertagen nicht mehr entzünden
  • Sicherheitshinweise auf Verpackungen beachten

Tipps für einen guten Jahreswechsel

  • Fenster und Türen zur Jahreswende geschlossen halten, damit keine Feuerwerkskörper ins Wohnungsinnere fliegen können
  • Feuerwerkskörper nicht in der Nähe von Öfen, Heizkörpern oder in Taschen von Kleidungsstücken aufbewahren
  • Feuerwerk nur im Freien mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu Menschen, Tieren und Gebäuden abbrennen
  • Pyrotechnische Gegenstände nicht in Türen und Fenster oder auf Dächer werfen
  • Wenn Feuerwerkskörper nicht zünden, keinesfalls nachkontrollieren oder nachzünden, sondern mit Wasser übergießen, um unkontrolliertes Zünden zu verhindern
  • Gebrauchsanweisungen auf Feuerwerkskörpern - insbesondere die Kategorien und Altersbeschränkungen - der Hersteller genau durchlesen und Anweisungen beachten
  • Raketen nur auf feuerfestem Untergrund und aus senkrechtem, sicheren Stand z.B. Abschussvorrichtungen, starten

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch etwas passiert sein, dann:

  • Ruhe bewahren und überlegt handeln
  • Sofort den Feuerwehrnotruf 122 wählen
  • Personen und Tiere in Sicherheit bringen
  • Löschversuche nur dann unternehmen, wenn man sich selbst nicht in Gefahr bringt
  • Sind mehrere Personen anwesend, die Aufgaben aufteilen
  • Bei Brandverletzungen sofort mit kaltem Wasser oder Schnee kühlen, notfalls einen Arzt oder die Rettung unter Notruf 144 verständigen
  • Gefahrenbereich verlassen sowie Fenster und Türen schließen
  • Nachbarn warnen
  • Die Feuerwehr bei Eintreffen einweisen und informieren
  • Wenn das Treppenhaus bereits verqualmt ist, in der Wohnung bleiben und die Feuerwehr auf sich aufmerksam machen

Foto und Video: Hermann Kollinger